Heimatmuseum Vilsbiburg   ∙   Kröninger Hafnermuseum

03/15/17

Die Sonderausstellung im Museum Vilsbiburg geht zu Ende.

„Mitten im Krieg, - der Weltkrieg 1914/18 und seine regionalen Auswirkungen.“

 

Der Heimatverein Vilsbiburg hat sich als einziges Museum im Landkreis Landshut mit dem Thema „100 Jahre I. Weltkrieg“ mit einer Sonderausstellung und einem 400-seitigen Buch auseinandergesetzt. Ganz gezielt war dabei nicht der Kriegsanfang im Jahr 1914 im Visier von Museumsleiter Lambert Grasmann und dem Heimatverein mit den ehrenamtlichen Helfern, sondern die fortwährende Entwicklung im ersten Weltkrieg von der Bündnistreue des Deutschen Reiches zu Österreich-Ungarn nach dem Mord in Sarajevo am Österreichischen Thronfolger-Ehepaar, die zum Europäischen Krieg und letztendlich zum Weltkrieg führte. Und was war zu Hause los? Die jungen Männer waren im Krieg, wurden getötet, verwundet oder kamen als psychische Wracks zu ihren Familien zurück. Und alles ging ganz schnell, die Logistik im Krieg funktionierte sehr gut. Die Ausstellung zeigt noch einmal das Telegramm der Truppen-Mobilmachung für Vilsbiburg und die Umgebung am 2. August 1914. Alles Gold mußte abgeliefert werden: Eisen gegen Gold. Neun Kriegsanleihen konnten zur Finanzierung des Krieges gezeichnet werden – „sicher“ angelegt zu 5 % Zinsen bis zum Jahr 1924. Bei der Währungsreform 1923/24 war alles Geld wertlos und weg. In Seyboldsdorf wurde 1916 eine Kriegsnagelung inszeniert. Jeder konnte einen Nagel in ein aus Holz gefertigtes „Eisernes Kreuz“ einschlagen und einen Obolus für soziale Zwecke geben. Der Sollinger Fotograph Sebastian Alt machte hunderte Fotos von zur Armee einzurückenden Soldaten, später dann mit ihren Kriegs-Auszeichnungen. In die Sonderausstellung kamen auch schon einige Familienforscher, und erblickten auf den Fotos ihre Ahnen in Uniform. Der Vilsbiburger Rechtsanwalt Otto Marquard machte im Belgien-Kriegseinsatz, schon vor 100 Jahren gestochen scharfe Fotos. Themen der Ausstellung sind: Orden, Gefangenenlager, Sterbebilder, Feldpostbriefe und –karten, „Grabenkunst“, die zwei Vilsbiburger Lazarette, Material- und Lebensmittelknappheit, der Soldat in Ausstattung und im Bild, persönliche Schicksale, Kriegsende und Folgen, Kriegerdenkmäler. Der Heimatverein hat zur Sonderausstellung die von Peter Käser geschriebene 18. Museumsschrift mit 400 Seiten herausgebracht: „Mitten im Krieg. Der Weltkrieg 1914/18 und seine regionalen Auswirkungen“. Kreisheimatpfleger Peter Barteit schreibt im Faltblatt zur Ausstellung: Die Sonderausstellung 2016/17 zeigt gerade diese Effekte eines sinnlosen Krieges an Vils und Bina.

Am Mittefastenmarkt-Sonntag den 19. März, ist die Sonderausstellung zum letzten Mal zu besichtigen. Das Vilsbiburger Museum ist von 10.00 Uhr durchgehend bis 16.00 Uhr geöffnet.

Das 400-seitige Buch zur Ausstellung „Mitten im I. Weltkrieg 1914/18“, die „Vilsbiburger Museumsschrift Nr. 18“, kann zum Preis von 24,80 € in der Buchhandlung Koj und im Heimatmuseum zu den Öffnungszeiten gekauft werden. Näheres unter: www.museum-vilsbiburg.de

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