Heimatmuseum Vilsbiburg   ∙   Kröninger Hafnermuseum

05/30/16

Eine unbekannte Stadt erkunden

Museum lockt auswärtige Besucher an – Führung auch in der Wallfahrtskirche

 

Vilsbiburg. Die ausgetretenen touristischen Pfade bewusst zu verlassen hatte sich die Gruppe der Berg- und Wanderfreunde aus Unterschleißheim vorgenommen. Ausgewählt wurde daher für einen Tagesausflug die sonst touristisch kaum erschlossene Stadt im westlichen Niederbayern. Die Gäste aus der Metropolregion München zeigten sich überrascht von den Sehenswürdigkeiten und interessanten historischen Zusammenhängen, die ihnen von drei kompetenten Führern vermittelt wurden.

 

Nach ihrer Anreise mit der Bahn empfing Kreisheimatpfleger Peter Barteit die Gäste zu einem Rundgang durch den Vilsbiburger Altstadtkern. Er erläuterte die Besonderheiten der von den bairischen Herzögen gegründeten Platzanlage mit architektonischen Einflüssen der Landshuter Gotik und der besonders in Burghausen gebräuchlichen Innstadtbauweise. Dieser Stadtplatz mit seinen stolzen Bürgerhäusern und einstmals vielen Brauereien sowie Gasthöfen schaffe ein besondere Identität, die man nur in Vilsbiburg finde. Barteit erläuterte auch die Situation der mittelalterlichen befestigten Stadt mit dem im Jahr 1903 abgebrochenen Unteren Tor an der Vilsbrücke, der Ringmauer und den vorgelagerten Wallanlagen. Über den Färberanger mit seinem schönen Blick auf den mächtigen Turm der Stadtpfarrkirche erreichte die Gruppe das ehemalige Spitalgebäude.

 

Dort wartete bereits Museumsleiter Lambert Grasmann um den Gästen von der Geschichte des historischen Ensembles rund um den Torturm zu erzählen. Er erwähnte auch die Entwicklung des Heimatmuseums aus kleinsten Anfängen vor mehr als 100 Jahren bis hin zu einer auch in der Fachwelt anerkannten Sammlung mit der größten Dauerausstellung Kröninger Hafnerkeramik. Über viele Jahrhunderte, so Grasmann weiter, seien die Hafner vom Kröning und der Bina die Marktführer in dem weiten Gebiet von der Oberpfalz bis Südtirol gewesen. Insbesondere südlich des Brenners sei die Kröninger Ware bei den Verbrauchern so gut angenommen worden, dass sich die dort ansässigen Keramiker veranlasst sahen, den Kröninger Dekor nachzuahmen. Ein größeres Kompliment hätte man den niederbayerischen Hafner wohl nirgends machen können.

 

Nach der Mittagspause in einem Vilsbiburger Lokal fanden sich die Gäste in der Wallfahrtskirche Maria Hilf ein, wo bereits Peter Käser auf sie wartete. Der erläuterte der Besuchergruppe im Krippengang anhand der Gemälde in den Fenstern die Entstehung der Wallfahrt. Der Grabstein des Kirchenstifters Donatus Orelli und seiner Gattin, sowie seines Sohnes Wolfgang Martin wurden erklärt. Durch die am Palmsonntag geöffnete „Heilige Pforte" konnte die Wallfahrtskirche betreten werden. Verschiedene Bildhauerarbeiten und der figurenreiche Hochaltar mit dem von Orelli gestifteten und vom venezianischen Malergesellen Daniel Bisani in Vilsbiburg gemahlenen Gnadenbild Maria Hilf wurden erklärt. In einem Rundgang wurden die Seitenaltäre kurz begutachtet. Die Führung endete am Grab von Pater Viktrizius Weiß, der seit 1908 im Kapuzinerkonvent Vilsbiburg lebte, 1923 verstorben war und sein Leichnam schon 1927 vom Klosterfriedhof in die Gruft im rechten Seitenschiff überführt wurde. So habe Vilsbiburg mit der Wallfahrt zum Gnadenbild Maria Hilf, dem Diener Gottes Pater Viktrizius und der Heiligen Pforte, drei verehrungswürdige Stationen im Jahr der Barmherzigkeit.

 

Zufriedenheit strahlt die Gruppe der Berg- und Wanderfreunde aus Unterschleißheim aus nachdem sie auf mehreren Stationen die Schönheiten Vilsbiburgs erkundet hat. (Foto: Peter Käser)

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