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05/25/16

Der Dreh an der Uhr als Kriegsstrategie im I. Weltkrieg

Vor 100 Jahren wurde in Deutschland erstmals

auf die Sommerzeit umgestellt

 

Vor 100 Jahren drehte das Deutsche Reich und Österreich-Ungarn die Uhren mitten im I. Weltkrieg eine Stunde vor. Angefangen hat alles mit der Verordnung im „Deutschen Reichsgesetzblatt“, worin die Zeitumstellung in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai 1916 festgelegt wurde. Bedingt durch die Einsparung von „kriegswichtigen“ Materialien wie Kohlen und Petroleum, beschloss die Deutsche Reichsregierung die Uhren eine Stunde vorzustellen Sogar mit Postkarten wurden die deutschen Bürger vor 100 Jahren, mitten im I. Weltkrieg (1914/18) darauf hingewiesen, dass am 30. April 1916 die Uhr von 11.00 Uhr auf 12.00 Uhr, (nach heutiger Zeitangabe von 23 Uhr auf Mitternacht) also eine Stunde vor, „auf die neue Sommerzeit“ gestellt werden muss.

Nach dem Krieg schaffte Deutschland 1919 die „ungeliebte Kriegsmaßnahme“ wieder ab.

Nach dem II. Weltkrieg führte die Umstellung zu einem Zeitchaos, wonach dann eine längere Phase einsetzte, wo die Politiker die Finger von einer Zeitumstellung ließen.

Erst 1980 führten beide deutschen Staaten wieder die Sommerzeit ein, als Reaktion auf die Wirtschaftskrise; 1996 wurde die Regelung in der Europäischen Union vereinheitlicht.

Peter Käser

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