Heimatmuseum Vilsbiburg   ∙   Kröninger Hafnermuseum

01/14/16

„Mit Gott für Kaiser und Vaterland“

Die glückliche Heimkehr von der türkischen Front im Jahr 1917 hatte der Soldat Alois Alt aus Solling (Mitte) wohl auch seiner Funktion als Trommler zu verdanken. Für seinen Vater, den Fotografen Sebastian Alt (am Tisch rechts) war dies Anlass genug, die gesamte Familie zusammen zu trommeln und sich ausnahmsweise einmal selbst ins Bild zu setzen.

Der I. Weltkrieg im Vilsbiburger Land – Neue Sonderausstellung im Museum

 

Vilsbiburg. Vor genau 100 Jahren tobte in Europa der erste mit industriellen Mitteln geführte Waffengang. Dabei ging es nicht mehr um den Kampf von Mann zu Mann; vielmehr bestimmte erstmals die Artillerie mit oft tagelangem Trommelfeuer die Auseinandersetzungen. Den so genannten Feind bekam der Soldat oftmals nicht zu Gesicht. Das Jahr 1916 war für das deutsche Militär nach einigen Anfangserfolgen geprägt durch den sich über Monate hinziehenden Stellungskrieg bei Verdun, die brutale Schlacht an der Somme und die unsagbar grausamen Gefechte in den Dolomiten. Als eine der Kriegsfolgen erlebte die Bevölkerung den kommenden Jahreswechsel als den legendären Hungerwinter 1916/17.

 

Auch wenn das Vilsbiburger Land nicht vom Hagel der Kanonenkugeln umgepflügt wurde, hatte es doch die Auswirkungen des Krieges in vielfacher Hinsicht zu erdulden. Spätestens seit dem so genannten Steckrübenwinter wusste man auch hier, dass manches nicht so lief wie sich das die Feldherren in ihren kühnsten Träumen ausgemalt hatten. Auch die einfachen Soldaten, die im Sommer 1914 noch in gehobener Stimmung und dem Schlachtruf „Mit Gott für Kaiser und Vaterland“ zu den Fahnen geeilt sind, weil sie den „Franzosenrammeln einmal richtig auf Maul hauen“ wollten, standen bald einer anderen Wirklichkeit gegenüber als im heimischen Wirtshaus. Vernachlässigt werden in der geschichtlichen Betrachtung aller Kriege meist immer die Sorgen und Ängste der Angehörigen, die auf ihre Soldaten warteten und statt ihrer nur der Postbote mit einem verdächtigen Telegramm kam. Ein persönliches Schicksal, wie in der nächsten Sonderschau mehrfach dokumentiert, sagt mehr über die Schrecken des Krieges aus als die abstrakte Zahl von 17 Millionen Toten. Die Ausstellung „Mitten im Krieg – Der Weltkrieg 1914/18 und seine regionalen Auswirkungen“ und die gleichnamige Museumsschrift werden am Samstag, 18. Juni um 10 Uhr im Museum vorgestellt.

 

Auch sonst hat sich der Heimatverein für das neue Jahr wieder ein umfangreiches Programm vorgenommen. Den Auftakt bildet traditionell die Jahresversammlung am Dienstag, 5. April um 19:30 Uhr. Bei dieser Veranstaltung im Gsellnhaus wird Museumsleiter Lambert Grasmann in einem Vortrag viel Interessantes über die Künstlerfamilien Wagner aus Vilsbiburg berichten. Der Tag des offenen Denkmals steht am 11. September unter dem bundesweiten Motto „Gemeinsam Denkmale erhalten“. Kreisheimatpfleger Peter Barteit ist der Meinung, dieser Leitspruch decke sich passgenau mit der Situation der Wallfahrtskirche Maria Hilf, deren Türme im nächsten Jahr instand gesetzt werden müssen. Bei einer Kirchenführung um 14 Uhr werden auch der Baufortschritt und die weiteren Planungen thematisiert. In die Gegend von Dorfen und St. Wolfgang geht die Heimatfahrt am 25. September unter der Leitung von Peter Käser. Die Dreifaltigkeitsmesse am 21. Mai und die Katharinenmesse am 19. November, jeweils als Vorabendgottesdienst in der Spitalkirche, runden die Planungen für 2016 ab.

 

Wenn auch im Museumsteam schon die Vorbereitungen für die nächste Sonderausstellung auf Hochtouren laufen, weist man doch auch auf das derzeit gezeigte Thema „Handwerk im Museum – vom Bader bis zum Wagner“ hin. Die Relikte aus dem Arbeitsleben der alten Vilsbiburger Werkstätten sind nur noch wenige Wochen bis zum 20. März zu sehen.

Suchen

© Heimatverein Vilsbiburg e.V.  | Kontakt  | AGB  | Impressum