Heimatmuseum Vilsbiburg   ∙   Kröninger Hafnermuseum

10/24/13

Schüler aus Buia besuchten die Partnerstadt Vilsbiburg

Auf den Spuren der Vorfahren im Heimatmuseum

Alle Jahre wird von den Schulen aus Buia in Oberitalien und Vilsbiburg eine enge partner-schaftliche Beziehung gepflegt. Nachdem der „Stein von Buia“, ein aufgefundener Ziegelstein mit einer Namensgravur den Weg für die Städte-Partnerschaft Buia-Vilsbiburg am 20. Mai 2001 besiegelte, kommt es immer noch zu einem regen Austausch zwischen Schülern aus beiden Städten; und zu einem Besuch im Heimatmuseum wo der „Stein von Buia“ in der Ziegler-Ausstellung liegt.
Die beiden italienischen Lehrer der Scuola Media in Buia im Friaul und die Dolmetscherin Frau Sandra Lusuardi, besuchten fünf Tage mit 30 Schülern die staatliche Realschule. Die Vilsbiburger Lehrerin, Studienrätin Andrea Kümeringer half mit ihren sehr guten Italienisch Kenntnissen bestens aus. Nachdem in der Spitalkirche durch die beiden Museumsführer Ge-org Weixlgartner und Peter Käser der erste Kontakt aufgenommen wurde, konnte den Schü-lern die historischen Wurzeln mit der friaulischen Stadt Buia und ihren in und um Vilsbiburg arbeitenden Vorfahren erzählt werden: Begonnen hatte alles beim großen Schülertreffen im Jahr 1979, wo auch der 1890 geborene Dr. Domenico Calligaro aus Buia anwesend war. Der Besuch der Vilsbiburger Museumsdelegation im Friaul war mehr als überraschend: Calligaro sprach ausgezeichnet deutsch, war mehrere Jahre im Vilsbiburger Kindergarten und der Volksschule, was er auch mit einem Schulzeugnis beweisen konnte. Mit seinem Vater Luigi und Mutter Ida war er an die Vils gekommen. Sein Vater war in Vilsbiburg von 1888 bis 1900 Ziegel-Akkordant. Als „Zieglermeister“ wirbt er im Heimatland die Arbeiter an und organi-siert die beschwerliche Reise nach Deutschland. Hier kümmert er sich um Unterkunft, Ver-pflegung und Arbeitsverträge. Seit etwa 1883 sind bei den drei Vilsbiburger Ziegeleien italie-nische Ziegelarbeiter in größerer Zahl belegt und in den Akten der Gemeindekrankenversiche-rung nachweisbar. Allein über 2.350 Ziegler beiderseitigen Geschlechts aus dem Friaul, sind bis 1908 dort in den Krankenakten verzeichnet. Auch in den Taufbüchern der Pfarrkirche sind die Taufen, der in Vilsbiburg geborenen Kinder mit Datum, Heimat-Wohnort, Eltern, Beruf und Taufpate genauestens eingetragen. Das Vilsbiburger Heimatmuseum beinhaltet in ihren Mauern eine Ziegler-Dauerausstellung mit übersichtlichen Beschriftungs- und Schautafeln in italienischer und deutscher Sprache. Die Museumsschrift Nr. 6 „Ziegelpatscher und Ziegel-brenner im Vilsbiburger Land“ wurde 2005 als Service für die italienischen Besucher zwei-sprachig aufgelegt. Und diese Museumsschrift wurde an alle bei der Museumsführung betei-ligten Schüler ausgehändigt, damit sie gut untersuchte historische Grüße aus Vilsbiburg, über-setzt in ihrer Muttersprache in die Partnerstadt Buia mitbringen können.
Die historischen Wurzeln der Partnerschaft Buia-Vilsbiburg sind gut erforscht, und so man-cher Schüler hat beim Besuch im Heimatmuseum und der Ausstellung über die friaulischen Ziegelarbeiter, in den aufliegenden Krankenakten einen bekannten Familiennamen aus der Heimat entdeckt.
Peter Käser

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