Heimatmuseum Vilsbiburg   ∙   Kröninger Hafnermuseum

01/28/11

Familie Lechner steht im Mittelpunkt

Die Familie Lechner war traditionell sehr stark verbunden mit ihrem Heimatort Vilsbiburg; daraus entsprang diese fein geformte Wachsarbeit.

In diesen Tagen neigt sich das Jubiläumsjahr des Heimatmuseums dem Ende entgegen. Allerdings ist die Sonderausstellung, in der Streiflichter aus der Geschichte des letzten Jahrhunderts in Vilsbiburg gezeigt werden, noch knapp drei Monate zu sehen. Dennoch laufen hinter den Kulissen bereits die Vorbereitungen für die nächste Sonderschau auf vollen Touren. Sie wird am Samstag, 25. Juni um 10 Uhr eröffnet und ist der Lebzelter- und Wachszieherfamilie Lechner gewidmet. Dort im Anwesen Untere Stadt 4 lebten und arbeiteten über Jahrhunderte hinweg die im weiten Umkreis bedeutendsten Vertreter eines Handwerkszweiges, der heute fast vergessen ist.

 

Das Heimatmuseum besitzt nicht nur in seiner Dauerausstellung einen ansehnlichen Bestand an Modeln und Wachserzeugnissen, die zum Teil noch auf den Museumsleiter der Gründungszeit zurückgehen, der Christoph Lechner hieß. Nach der Einstellung des Betriebes konnte der Heimatverein Teile der historischen Ladeneinrichtung erwerben. Vor wenigen Jahren ist es nun durch die Unterstützung eines großzügigen Sponsors sowie der Benedikt-Auer-Stiftung gelungen, eine umfassende Sammlung von Produkten aus dem Hause Lechner zu erwerben. „Diese noch nie gezeigten Stücke wollen wir im Jahr 2011 der Öffentlichkeit zugänglich machen“, sagte Lambert Grasmann in der letzten gemeinsamen Sitzung von Vorstand und Beirat des Heimatvereins.

 

Breit war die Palette der Erzeugnisse, die ein Lebzelter und Wachzieher seinen Kunden anbot, stellte der Museumsleiter weiter fest. Alles geht auf die Biene als Erzeugerin von Honig und Wachs zurück. Insbesondere die Kerzen strahlen weit in das Brauchtum und die religiöse Volksfrömmigkeit aus. Man denke nur an hohe Festtage wie Mariä Lichtmess, Blasius, Ostern und Weihnachten, aber auch den gesamten Lebenslauf begleiten Wetter-, Hochzeits-, Tauf-, Kommunion- oder Sterbekerzen die Menschen. Verzichten will man auch keineswegs auf Zierstücke und Kuriositäten, die im Hause Lechner fabriziert wurden. Schließlich wirft man mehr als einen Blick auf die Menschen in diesem Traditionsbetrieb. So wird die musische Seite der Familie ebenso beleuchtet wie ihre vielfältigen Beziehungen zum Kloster Maria Hilf und zum Methäusl. Schließlich steht auch Christoph Lechner d. Ä. in seiner Eigenschaft als Sammler, Forscher und Museumsmann im Mittelpunkt. Zu der Sonderausstellung wird nach einem Beschluss des Gremiums ein neuer Band der Reihe „Vilsbiburger Museumsschriften“ mit einem umfangreichen Katalogteil erscheinen.

 

Interessantes Programm 2011

 

Gebilligt wurden in der Sitzung auch die übrigen Programmpunkte für das kommende Jahr. Die Jahresversammlung soll am 29. März im Gsellnhaus stattfinden. Wie Vorsitzender Peter Barteit mitteilte, hat man für einen Vortrag unter dem Titel „Erhalten und gestalten – altes und neues Bauen in Bayern“ den Architekten Thomas Lauer vom Bayerischen Landesverein für Heimatpflege gewinnen können. Musik im Museum kann man am 16. April erleben. An diesem Samstag wird das bereits bekannte Duo Amannsberger/Köll erneut in der Spitalkirche gastieren. Die Heimatfahrt findet im Jahr 2011 am 25. September statt und führt in das Mühldorfer Land. Ein Museumsabend am 11. Oktober rundet den Themenkreis zur Sonderausstellung „Viel köstlich Wachsgebild“ ab. Ihre sakrale Funktion erfüllt die Spitalkirche am 18. Juni mit der Dreifaltigkeitsmesse und am 19. November, wenn die Heiligen Katharina als Schutzpatronin des Gotteshauses gewürdigt wird.

 

Damit präsentiert das ehrenamtliche Museumsteam den Heimatfreunden in Stadt und Land wieder ein umfangreiches und interessantes Angebot kulturhistorischer und lokalgeschichtlicher Informationen. Ergänzt wird dieses noch durch die regelmäßigen Öffnungstage des Heimatmuseums und die Möglichkeit, für Gruppen und Schulklassen Sonderführungen einzuplanen.

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