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Die ersten Münchner waren schon da

Besonders angetan war das Pfarrteam von Mariahilf in der Münchner Au mit Pfarrer Markus Gottswinter von dem Schleich-Gemälde „Mondscheinnacht an der holländischen Küste“.

Die ersten Münchner waren schon da

 

Mitarbeiter der Pfarrei Mariahilf in der Au geben Eduard Schleich die Ehre

 

Vilsbiburg. „Von Mariahilf nach Maria-Hilf“, schrieb Pfarrer Markus Gottswinter in das Gästebuch des Heimatmuseums als er mit seinem Pfarreiteam bei einem von Armin Ziegeltrum organisierten Betriebsausflug das Heimatmuseum besichtigt hatte und outete die Gruppe als „Schleich-Begeisterte“. Damit war bei der noch sehr jungen Ausstellung der Reigen der Besucher aus der Landeshauptstadt eröffnet, die sich für den wichtigsten Vertreter der Münchner Landschaftsmaler interessieren und Leben und Werk des einstigen Haarbachers in dem Museum nahe seines Geburtsorts studieren wollen. Aber der Reihe nach:

 

Natürlich kann die Pfarrei Mariahilf nicht nach Vilsbiburg kommen, ohne zunächst der Wallfahrtskirche auf dem Berg ihre Aufwartung zu machen. Dabei haben die beiden Gotteshäuser eigentlich nur ihre Namen gemeinsam. Während in der Vilsbiburger Wallfahrt ein Altarblatt verehrt wird, das auf ein Gemälde von Lukas Cranach d. Ä. zurückgeht, besteht das Gnadenbild in der Au aus der etwa 80 Zentimeter hohen Skulptur eines unbekannten französischen Meisters. Ihr jetziges Aussehen haben beide Sakralbauten in der Zeit des Historismus bekommen. In München ist es ein neugotischer Bau aus den 1830er Jahren, der allerdings in den Bombennächten des II. Weltkrieges weitgehend zerstört wurde. Dieses Schicksal blieb der neuromanischen Maria-Hilf-Kirche auf dem Vilsbiburger Berg glücklicherweise erspart.

 

Eine weitere kulturelle Klammer zwischen der Landeshauptstadt und dem Vilstal stellt der Maler Eduard Schleich d. Ä. dar, der als Fünfjähriger mit seiner Familie nach München kam und der Stadt mehr als ein halbes Jahrhundert bis zu seinem Tod im Jahr 1874 die Treue hielt. Das Pfarrteam von Mariahilf interessierte sich nicht nur für die Wohnungen Schleichs in München, die Ludwig Lohr in seinem Beitrag für die Museumsschrift akribisch aufgelistet hat. Peter Barteit erläuterte vielmehr den Gästen auch die Entwicklungsstufen im Schaffen Schleichs von den ersten, noch recht braven Gebirgsansichten über die Weiterentwicklung in der mittleren Schaffensphase bis hin zu den fast schon impressionistischen Arbeiten Schleichs in der Zeit ab 1860. Dabei streute der Vorsitzende des Heimatvereins auch Anekdoten aus der recht umtriebigen Münchner Künstlerszene ein, beispielsweise über die Zusammenarbeit mit Friedrich Voltz, der auf Kühe spezialisiert war, und diese als Staffage in Schleichs Landschaften einfügte. Dass es dabei zwischen den zuweilen sehr eigenwilligen Kunstmalern da und dort zu Reibereien kam, lag wohl in der Natur der Sache.

 

In der Schleich-Ausstellung verging die Zeit so schnell, das für Kröninger Abteilung, die ebenfalls einen starken Bezug zu München hat, keine Zeit mehr blieb. Um sich mit der Geschichte dieses traditionsreichen Handwerks zu befassen, versprach das Pfarrteam aus der Au, würden sie nochmals extra nach Vilsbiburg kommen. Und bei Menschen aus dem kirchlichen Bereich darf man ein derartiges Versprechen durchaus für bare Münze nehmen.

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