Heimatmuseum Vilsbiburg   ∙   Kröninger Hafnermuseum

Von alter Handwerkskunst und aktueller Planung SPD-Stammtisch besuchte das Heimatmuseum

Peter Barteit (4.v.li.) berichtete in der Spitalkirchen auch von der bei der Renovierung ent-deckten Secco-Malerei im Chorraum über der Sakristei. Sie zeigt unter dem Schweißtuch der Veronika die „15 Zeichen vor dem Jüngsten Gericht“




 Die noch bis 18. März zu sehende Sonderausstellung über die Lebzelter- und Wachszieher-Familie Lechner nahm der SPD-Ortsverein zum Anlass diese im Heimatmuse-um zu besuchen und lud hierzu interessierte Bürger ein. Peter Barteit verstand es vorzüglich den Besuchern die Geschichte der Stadt und ihrer Handwerker in kurzweiliger Form zu ver-mitteln. Beim anschließenden Stammtisch erhitzte vor allem die Quartiersplanung um Kir-chenweg 1 die Gemüter.

  Barteit begann seine Erklärungen in der um 1400 als Katharinen-Kapelle erbauten Spitalkir-che. Er erzählte vom Leben im Mittelalter und den verheerenden Bränden im Ortsbereich  zwischen dem oberen und dem unteren Tor. Vom Bau der Stadtpfarrkirche, welche außerhalb der Stadtmauer auf einem sanften Hügel errichtet wurde und mit dem Stadtkern durch einen befestigten Kirchenweg verbunden war. Vom Engagement der damaligen Bürger zeige auch das von Pfarrer Magister Caspar Westendorfer um 1476 erbaute Spital und seiner Heilig-Geist-Spitalstiftung, sagte Peter Barteit und spannte da den Bogen zur heutigen Senioren-wohnanlage in der Frauensattlinger Straße, die mit Geldern aus der Stiftung mitfinanziert wurde. Die in der Spitalkirche ausgestellten Tonvotive bildeten auch den Einstieg in die Son-derausstellung zu den dort gezeigten  Wachs-Votiven. Wachszieher und Lebzelter zählten zu den angesehenen Bürgerfamilien der Stadt und achteten darauf, dass ihr Monopol im Markt erhalten blieb. Dank der akribischen Aufzeichnungen von Christoph Lechner I wurde in der Sonderausstellung ein umfassender Einblick das Leben und der Arbeit der Familie Lechner ermöglicht. Interessantes konnte Barteit auch über die Zeit der Wallfahrten berichten, die auch eine Blütezeit für die Wachszieher und ihre Votivgaben waren. Mangels anderer Licht-quellen waren früher Kerzen aus dem täglichen Leben nicht weg zu denken. Darüber hinaus stellte der Wachszieher auch noch kunstvoll verzierte Wachsstöcke (z.B. für Lichtmess, als Gabe für die Magd) Wachsbilder, Votive (wie Fatschenkinder, menschliche Figuren, Glied-maßen, Körperteile und Tiergestalten) her. Im Ausstellungsraum „Handwerk“ konnten sich Besucher im Original aufgebauten Laden des Cafes Lechner noch gut an lustige Stunden im Cafe erinnern und schmunzelten über so manchen Streich den sie der  Bedienung „Fanni“ spielten. Ein Rundgang durch die Abteilung der Kröninger Hafnerware schloss den Muse-umsbesuch ab.

  Aufgeschreckt durch den Bericht in der Vilsbiburger Zeitung über die Vorstellung der Quar-tiersplanung im Bereich von Stadtpfarrkirche und Kirchenweg 1, dankten die Stammtischteil-nehmer der SPD-Fraktion, dass sie dem Diktat der Planer in der Sitzung mit ihren Gegen-stimmen getrotzt haben. Die  Forderung auf Nachbesserung wurde voll unterstützt. Es wurde in der Runde auch bedauert, dass hier wieder ein Großprojekt am Bürger vorbei entschieden wird. Die hier ins Spiel gebrachte Eile, wegen auslaufender Zuschüsse, rechtfertige keine schlampige Planung. Eine Treppengestaltung bis zur Mauer des Anwesens Kirchenweg 1 wurde unisono abgelehnt. Man war sich einig, dass der bisherige Verbindungsweg vom Friedhof zur Kirchstraße erhalten werden muss.  


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