Heimatmuseum Vilsbiburg   ∙   Kröninger Hafnermuseum

Gemeinderäte aus Wurmsham und Neufraunhofen besuchten am 24. November 2011das Museum

Kröninger Meisterstücke im Wortsinn zeigte Peter Barteit den Delegationen aus Wurmsham und Neufraunhofen mit den Bürgermeistern Maria Neudecker und Bernhard Gerauer an der Spitze.

Einen prominenten Politiker zitierte der Vorsitzende des Heimatvereins, als kürzlich die Gemeinderäte aus Wurmsham und Neufraunhofen im Heimatmuseum zu Gast waren. "Wer über die Vergangenheit nichts weiß, kann die Gegenwart nicht verstehen." So soll Altbundeskanzler Helmut Schmidt gesagt und dabei vor allen auf die in der Politik tätigen Menschen gezielt haben.

Somit sei die Beschäftigung mit der Geschichte keineswegs nur eine interessante Freizeitbeschäftigung einiger liebenswerter Sonderlinge, sondern ein Stück Daseinsvorsorge für die gesamte Gesellschaft. Peter Barteit hatte die Aufgabe übernommen, den versammelten Räten aus Wurmsham und Neufraunhofen unter Führung ihrer Gemeindeoberhäupter Maria Neudecker und Bernhard Gerauer die Schätze im ehemaligen Heilig-Geist-Spital zu zeigen.

Begonnen hat die Führung in der früheren Katharinenkapelle mit ihren seltenen Wandmalereien. Schon dort und besonders in der Sonderausstellung "...viel köstlich Wachsgebild" erläuterte der Kreisheimatpfleger die Hintergründe der verschiedenen Wallfahrtsbräuche. In einer Zeit, da die ärztliche Versorgung in den ländlichen Gegenden nicht vorhanden gewesen sei, hätten die Menschen keine andere Möglichkeit gesehen, als sich bei Krankheiten, Unfällen oder sonstigen Gefahren der Hilfe höherer Wesen zu versichern. Als nach der Bedrohung des Abendlandes durch die Osmanen die Wallfahrt Maria Hilf auf dem Berg entstanden sei, habe man in großer Zahl Schwachsichtigen aus dem Hause Lechner am Unteren Vormarkt dargebracht. Diese kleinen Skulpturen hätten die jeweiligen Anliegen des Wallfahrers symbolisiert.

Besonders auch die Produktion von Kerzen in einer Zeit ohne elektrische Energie haben den Wachsziehern in Vilsbiburg einen gewissen Wohlstand gesichert. Barteit wies in diesem Zusammenhang auch auf die strengere Reglementierung des öffentlichen Lebens hin. So habe sich in dem Ort kein zweiter Lebzelter und Wachszieher niederlassen dürfen und wer den bestehenden Betrieb übernehmen wollte, brauchte die Genehmigung der Kommune.

Einen weiteren Schwerpunkt der Führung setzte die Gruppe auf die umfangreiche Dauerausstellung der Kröninger Hafnerkeramik. Mit Staunen erfuhren die Gäste von der großen Zahl der Werkstätten im Land zwischen Isar  und Vils sowie an der Bina und dem weiten Absatzgebiet des Geschirrs von der nördlichen Oberpfalz bis nach Südtirol und von Schwaben bis in die Gegend von Linz. Die zahlreichen Verteilungskämpfe auf den Märkten in nah und fern verdeutlichten die marktbeherrschende Stellung des ländlichen Gewerbes aus Niederbayern. Wie sich die Besucher mit eigenen Augen überzeugen konnten, sei diese starke Position vor allem auf die Qualität der Keramikerzeugnisse und ihre Schönheit zurückzuführen. Verschwiegen wurden aber auch nicht die zum Teil hausgemachten Gründe für den Niedergang des  Handwerks Anfang des 20. Jahrhunderts.

Nach der Führung, bei der man immer wieder hören konnte, man hätte nie geglaubt im Heimatmuseum derart großzügige Ausstellungen vorzufinden, ließen die auswärtigen Gäste den Abende in gemütlicher Runde ausklingen.


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