Heimatmuseum Vilsbiburg   ∙   Kröninger Hafnermuseum

Vilsbiburg.3. Oktober 2011 Markige Oberbayern im Heimatmuseum Gebirgstrachtenverein Edelweiß aus Vachendorf auf Kulturfahrt in Niederbayer

Wenn ein Bus voll Trachtlern aus den oberbayerischen Bergen in der Spitalkirche Platz genommen hat, gibt dies dem historischen auf ein besonderes Flair. (Foto: Lambert Grasmann)

Es muss schon ein besonderer Anlass vorliegen, wenn sich die Menschen aus dem Chiemgau, dort wo Andere ihren Urlaub verbringen, aufmachen und in das untere Bayern fahren. Dorthin wo die Hügel sanft und wenig spektakulär sind, wo die Männer keine Gamsbärte an ihren Hüten tragen und das Schuhplatteln nicht zum Volkssport gehört. Also war es eine andere Art von Kultur, welche die schneidigen Madeln und Buben nach Norden lockte, genauer gesagt das Haus der bayerischen Trachtenkultur und Trachtengeschichte in Holzhausen sowie das Heimatmuseum in Vilsbiburg. Der Gebirgstrachtenerhaltungsverein Edelweiß in Vachendorf nahe Traunstein wurde im Jahr 1920 gegründet und gehört damit zu den jüngeren Organisationen dieser Art. Es ist jedoch belegt, dass bereits im Jahr 1884 Leute aus Vachendorf an einer Pilgerfahrt nach Rom teilnahmen, wo sie Papst Leo XIII. bei der allgemeinen Audienz wegen ihrer traditionellen Kleidung persönlich angesprochen hat.

Auch heute ist es noch ein beeindruckendes Bild, wenn sich eine Busladung Trachtler in der gotischen Spitalkirche versammelt, wo sie von Museumsleiter Lambert Grasmann und Heimatvereins-Vorsitzenden Peter Barteit begrüßt wurden. Für das reichhaltige Angebot an Volkskultur fanden die Museumsführer in diesen Gästen natürlich ein dankbares Publikum. Besonders angetan waren die Chiemgauer von der Sonderausstellung „...viel köstlich Wachsgebild“, ist doch das Votivbrauchtum in vielfältiger Form auch im Alpenraum verbreitet. Und mit der damit eng verbundenen Wallfahrt Maria Hilf  konnten die Besucher etwas anfangen. Schließlich wird dieses Gnadenbild seit der Schlacht gegen die Osmanen vor Wien im Jahr 1683 im gesamten süddeutschen Raum gleichermaßen verehrt.

Weit verbreitet war über Jahrhunderte auch die Kröninger Hafnerkeramik, die Lambert Grasmann den Gästen aus dem Chiemgau in der Etage darüber zeigen konnte. Nachdem der Museumsleiter in seinem neuen Buch „Die Hafner auf dem Kröning und an der Bina“ nachweist, dass von den Handwerkern um  Kirchberg, Jesendorf und Rotenwörth auch die Märkte in Traunstein beschickt wurden und insbesondere der Hanshafner Josef Berghofer aus Spielberg viele Kunden rund um den Chiemsee und im Rupertwinkel hatte, fanden die Gäste aus Oberbayern in der Abteilung mit den irdenen Erzeugnisse nicht gänzlich unbekannte Exponate vor.

So zeigten sich die Vachendorter Trachtler durchaus beeindruckt von dem, was man auch in einer Gegend ohne jeglichen Tourismus an Attraktionen erleben kann. Museumsleiter Lambert Grasmann (Tel. 08741/7828) nimmt weiter von Schulklassen und Gruppen Termine für Sonderführungen entgegen – ob sie nun in origineller Tracht kommen oder ganz normal in Zivil.

Wenn ein Bus voll Trachtlern aus den oberbayerischen Bergen in der Spitalkirche Platz genommen hat, gibt dies dem historischen auf ein besonderes Flair. (Foto: Lambert Grasmann)

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