Heimatmuseum Vilsbiburg   ∙   Kröninger Hafnermuseum

Das kriegerische 20. Jahrhundert:

Sonderausstellung vom 18. Mai 2008  bis 17. Mai 2009

 



 

Wer sich an die Vergangenheit nicht erinnern kann,

ist dazu verdammt, sie zu wiederholen!

 

George Santayana (1863-1952)

spanisch-amerikanischer Philisoph und Schriftsteller  

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Ein verlorener Weltkrieg! In dfessen Folge revolutio­näre Tumulte, die auch in Vilsbiburg Menschenleben kosteten. Die restlose Vernichtung aller finanziellen Rücklagen durch die Inflation. Eine Weltwirtschafts­krise mit Massenarbeitslosigkeit. Eine Diktatur, die nicht nur in Vilsbiburg honorige und unbescholtene Bürger hinter Schloss und Riegel brachte. Die schau­derhafte Szenerie der "Todesmärsche" im Apri 1 945, die der Bevölkerung im Vilsbiburger Land die men­schenverachtende Vorgehensweise des NS-Regimes schonungslos offenbarte. Und ein weiterer verlorener Weltkrieg, der rund 55 Millionen Menschen das Le­ben kostete. Steht wirklich jemandem der Sinn danach, diese drei Jahrzehnte voller Abstürze und Ab-gründe nochmals zu wiederholen?

Wenn George Santayana nicht völlig irrt, lässt uns ein gesunder Selbsterhaltungstrieb keine andere Wahl, als die Erinnerung an die Vergangenheit wach zu hal­ten - besonders an die schwierigen Jahre zwischen 1918 und 1948. Also keine Politik des dicken Schlussstriches, der „die alten Dinge einmal ruhen lassen soll"! Es sind immer weniger Leute unter uns, die sich noch aus eigener Anschauung an die totale Abschaffung des Rechtsstaates, die brutale Unter­drückung Andersartiger und Andersdenkender, das millionenfache Sterben, den Verlust der liebgewon­nen Heimat und den Verrat der Regierung am eigenen Volk erinnern können. Darüber hinaus hat der Mensch die besondere Gabe, seine persönliche Wahrnehmung an das Zurückliegende trotz aller Hasslichkeiten durch einen Filter der Verklärung zu betrachten.

Beim Blick in die Geschichte muss man sich davor, aber auch vor einem Tunnelblick hüten. Da gibt es Argumente wie diese: „Hätten die Sieger des Ersten Weltkrieges nicht diesen rigiden Versailler Ver­trag diktiert oder: Wäre der Schwarze Freitag am 25. Oktober 1929 nicht Auslöser einer Weltwirtschafts­krise gewesen, Hitlers Demagogie hätte die Men­schen nicht verführen können." Natürlich wäre mit einem Marshall-Plan und CARE-Paketen im Jahr  1918 der Start in die Weimarer Republik weit weniger holprig gewesen. Und natürlich neigen Arbeitslose mit erheblicher Existenzangst eher zu radikalen Posi­tionen. Aber in erster Linie ist die junge Republik ge­scheitert, weil sie zu wenige echte Demokraten unter­stützten und sich zu viele Rückwärtsgewandte nach einem autoritären Regime sehnten. So hat Hitler vor 75 Jahren die Macht keineswegs an sich gerissen, noch nicht einma „ergriffen". Sie wurde ihm im ver­fassungsrechtlichen Rahmen übergeben.

Weil in der Geschichte stets in Zusammenhängen ge­dachtwerden muss, dokumentieren wir ganz bewusst nicht eines der Jahre 1918, l 933 oder l 948, son­dern den gesamten Zeitbogen - in der gebotenen Gerafftheit, versteht sich.

Wollen wir das alles nochmals wiederholen? Die meisten von uns sicher nicht. Trotzdem gilt es, das Be-wusstsein zu schärfen. Denn Ewiggestrige treiben auch heute noch ihr Unwesen. Ihnen wurde es im ver­fassungsrechtlichen Rahmen ermöglicht, wieder in deutschen Parlamenten zu agieren und die NPD hat ihre Ziele auch ganz offen im Internet veröffentlicht: „Die Wiederherstellung des Deutschen Reiches ist die wichtigste Aufgabe der deutschen Nationalisten!" Diese Aussage schließt jeden Zweifel aus.

Peter Barteit

Vorsitzender des Heimatvereins Vilsbiburg

 

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